Dabei stand dieser Frühjahresempfang mit geladenen Gästen aus Politik und Gesellschaft unter dem Eindruck der inneren und äußeren Herausforderungen für die Demokratie.
Der CDU-Vorsitzende des Stadtverbands Wedel Dr. Harald Teßmer gab in seiner Begrüßung eine Positionsbestimmung vor dem Hintergrund der geopolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen für die Demokratie in Deutschland. Das rauer gewordene internationale Gefüge bleibe nicht ohne Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft in Deutschland. Das Wohlstandsversprechen der liberalen Demokratie einzulösen sei schwieriger geworden.
Dr. Teßmer: „Externe Faktoren sind das eine, hausgemachte Fehler und Problem das andere. Wir stehen uns selbst im Weg. Zum einen durch falsch Priorisierungen. Der Staat gibt zwar viel Geld aus, aber nicht für Investitionen, sondern für Konsum und das auch noch auf Pump. Zum anderen ist Bürokratie Segen und Fluch zugleich. Sorgfalt, Präzision und Verlässlichkeit sind gut. Aber eine überbordende Regelungs- und Dokumentationswut schadet. Einbetonierendes Sicherheitsdenken und Besitzstandsfokussierung bewirken am Ende durch Lähmung das Gegenteil des Gewünschten. Was wir brauchen, ist mehr Unternehmergeist, Gestaltungswillen mit Mut zum Risiko und Einsatzbereitschaft. Das geht nur mit der Wiederbelebung einer im Klein-Klein verschütteten Vertrauenskultur, und zwar auf allen Ebenen, egal ob Brüssel, Berlin oder Wedel. Und gerade hier in Wedel haben wir die besten Chancen, wenn wir nur wollen. Politik und Verwaltung können sich in die Augen sehen und sagen: Von Haushaltskonsolidierung bis zu den Schulen - packen wir die Dinge gemeinsam planvoll an, als Team Wedel! Das ist gelebte Demokratie vor Ort. Das ist ein positives Standortsignal für die Wirtschaft, ein Signal an die Familien. Und damit legen wir den Grundstein für eine neue, kraftvolle Entwicklung unserer Stadt.“
Die Themen Zukunftsinvestitionen und Resilienz der jüngeren Generation griff der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Martin Balasus auf und gab in seinem Grußwort einen Einblick in die Arbeit der Landesregierung für die Familien, die er als Kernaufgabe der Landesregierung bezeichnete.
Martin Balasus: „Genau deshalb wird in Kiel ordentlich was bewegt – und zwar mit Wirkung über die Landesgrenzen hinaus. Der Beschluss des Bundesparteitages, die Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche stärker einzuschränken, um sie vor Pornografie, extremistischer Propaganda und süchtig machenden Mechanismen zu schützen, geht auf eine Initiative aus Schleswig-Holstein zurück. Ein schöner Erfolg für unseren Landesvorsitzenden Daniel Günther und unser Team.“ Auch mit Blick auf die Rekordinvestitionen in die Kitas von über 800 Millionen jährlich und den Ausbau der Unterrichtsversorgung in den Schulen stellte Martin Balasus fest: „Wir geben dem Bildungssystem in Schleswig-Holstein damit nochmal einen kräftigen Schub – bereits ab dem kommenden Schuljahr.“
Den Hauptvortrag des Abends hielt der CDU-Kreistagsabgeordnete und Offizier im Generalstabsdienst der Bundeswehr Michael Paul aus Holm, der zur verteidigungs- und sicherheitspolitischen Facette der Resilienz unserer demokratischen Gesellschaftsordnung sprach und eine Einordnung der aktuellen sicherheits- und verteidigungspolitischen Lage vornahm.
Michael Paul: „Die Verteidigungsbereitschaft hängt ganz wesentlich davon ab, wie sich die Bedrohungswahrnehmung darstellt. Nach dem Ende des Kalten Krieges und der Wiedervereinigung haben wir in Deutschland eine Situation gehabt, die bis heute nachwirkt. Viele Jahre war keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Abwehrbereitschaft nötig. Ein Krieg mitten in Europa schien aus der Zeit gefallen. Diese vermeintliche Gewissheit ist nun Geschichte. Gemeinsam mit den Verbündeten in EU und NATO sehen wir uns mit einer neuen Realität konfrontiert und müssen umdenken. Bisher sind wir im Vergleich mit vielen unserer Nachbarn allerdings nicht ganz so schnell wie wir sein sollten. Personell, materiell, aber vor allem mit Blick auf die Entschlossenheit, die eigene Verteidigung, sollte es nötig werden, in die Hand zu nehmen, gibt es noch Aufholbedarf.“

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